8. September 2022 • Phishing
Was genau bedeutet Phishing?
Phishing ist eine Form des digitalen Betrugs, bei der sich Cyberkriminelle als vertrauenswürdige Instanz – wie eine Bank, Behörde oder ein bekanntes Unternehmen – ausgeben und Ihnen eine dringende Nachricht senden. Per E-Mail, Telefonanruf, WhatsApp-Nachricht oder SMS werden Sie aufgefordert, einen Link anzuklicken, einen Anhang zu öffnen oder sensible Informationen preiszugeben. Ehe Sie es merken, hat der Betrüger Zugriff auf Ihre Bankdaten, Anmeldeinformationen oder persönlichen Dokumente erhalten.
Der Begriff „Phishing“ leitet sich vom Wort „fishing“ ab. So wie ein Fischer seine Angel auswirft und hofft, dass etwas anbeißt, verbreiten Cyberkriminelle betrügerische Nachrichten in der Hoffnung, dass ihre Opfer den Köder schlucken. Und leider funktioniert es – Phishing bleibt weltweit eine der häufigsten und effektivsten Methoden für Cyberangriffe.
Phishing in den Niederlanden
Laut Zahlen des Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS) wurden allein im Jahr 2021 nicht weniger als 2,5 Millionen Niederländer Opfer von Phishing. Diese Form der Cyberkriminalität wächst rasant, da betrügerische Nachrichten immer schwieriger zu erkennen sind. Gefälschte E-Mails sehen mittlerweile bemerkenswert professionell aus und imitieren oft das genaue Layout, Logos und den Tonfall seriöser Organisationen. Selbst digital versierte Personen haben Mühe, den Unterschied zwischen einer echten Nachricht und einer sorgfältig gefälschten zu erkennen.
Für Unternehmen ist das Risiko noch größer. Ein einziger Mitarbeiter, der auf den falschen Link klickt, kann eine ganze Organisation Datenlecks, finanziellen Verlusten und Reputationsschäden aussetzen.
Häufige Arten von Phishing-Angriffen
Phishing ist kein Einheitsangriff. Cyberkriminelle nutzen eine Reihe von Techniken, die jeweils darauf zugeschnitten sind, verschiedene Kommunikationskanäle und Ziele auszunutzen.
E-Mail-Phishing ist die am weitesten verbreitete Form. Angreifer versenden Massen-E-Mails, die scheinbar von seriösen Organisationen stammen und Empfänger dazu auffordern, auf einen bösartigen Link zu klicken oder einen infizierten Anhang herunterzuladen. Diese E-Mails imitieren oft Banken, Lieferdienste oder Softwareanbieter.
Smishing (SMS-Phishing) nutzt Textnachrichten, um Opfer zu täuschen. Sie könnten eine SMS erhalten, die behauptet, Ihr Paket werde zurückgehalten oder Ihr Bankkonto sei kompromittiert worden, mit einem Link, der zu einer gefälschten Website führt, die darauf ausgelegt ist, Ihre Zugangsdaten zu stehlen.
Vishing (Voice Phishing) beinhaltet Telefonanrufe von Betrügern, die sich als Bankmitarbeitende, IT-Support oder Regierungsbeamte ausgeben. Sie nutzen Druck und Dringlichkeit, um Sie davon zu überzeugen, persönliche Informationen preiszugeben oder Fernzugriff auf Ihr Gerät zu gewähren.
Spear Phishing ist eine gezielte Form des Phishing, bei der der Angreifer eine bestimmte Person oder Organisation recherchiert, bevor er eine hochgradig personalisierte Nachricht erstellt. Da diese E-Mails echte Namen, Rollen oder aktuelle Aktivitäten referenzieren, sind sie weitaus überzeugender – und weitaus gefährlicher – als generische Phishing-Versuche.
Whaling führt Spear Phishing einen Schritt weiter, indem es Führungskräfte und Entscheidungsträger ins Visier nimmt. Diese Angriffe umfassen oft gefälschte Rechnungen, dringende Überweisungsanfragen oder die Vortäuschung der Identität von Vorstandsmitgliedern und können zu erheblichen finanziellen Verlusten führen.
Verschiedene Formen von Phishing
Es gibt viele verschiedene Formen von Phishing. Ein Beispiel ist Spear Phishing. Es gibt auch Clone Phishing, bei dem der Cyberkriminelle eine E-Mail eines legitimen Unternehmens kopiert. Anschließend werden die ursprünglichen Links durch bösartige Links ersetzt. Auch Phone Phishing ist möglich, bei dem sich der Kriminelle als Mitarbeiter beispielsweise einer Bank ausgibt.
Wie erkennen Sie gefälschte Nachrichten?
Das Erkennen von Phishing-Nachrichten kann schwierig sein. Im Folgenden teilen wir einige Beispiele und Tipps, wie Sie eine gefälschte Nachricht erkennen können.
Prüfen Sie zunächst die E-Mail-Adresse des Absenders. Oft können Sie schon an der E-Mail erkennen, dass es sich nicht um eine echte E-Mail des Unternehmens handelt. Zum Beispiel ist die echte E-Mail-Adresse eines Webshops [email protected], aber die E-Mail-Adresse in der Phishing-E-Mail ist [email protected].
Dasselbe gilt für Links in der E-Mail. Ein Tipp ist, mit der Maus über den Link zu fahren, damit Sie die echte URL des Links sehen können. Sie werden oft feststellen, dass der Link nicht auf die echte Website verweist. Überprüfen Sie dies also immer, bevor Sie auf einen Link klicken.
Eine weitere Möglichkeit, eine gefälschte Nachricht zu erkennen, ist der Text selbst. Viele Phishing-Nachrichten weisen Rechtschreibfehler auf, was ein Hinweis darauf ist, dass es sich nicht um eine echte E-Mail handelt.
Seien Sie schließlich vorsichtig, wenn eine Nachricht ein Gefühl der Dringlichkeit erzeugt. Formulierungen wie „Ihr Konto wird innerhalb von 24 Stunden geschlossen“ oder „sofortiges Handeln erforderlich“ sollen Sie dazu bringen, zu handeln, bevor Sie nachdenken. Seriöse Organisationen drängen Sie selten zu sofortigen Maßnahmen.
Phishing über soziale Medien
Phishing wird auch über soziale Medien betrieben. Cyberkriminelle erstellen ein gefälschtes Login-Portal. Zum Beispiel sehen Sie ein Login-Portal von Facebook. Das Portal wurde jedoch von Cyberkriminellen erstellt. Wenn sich jemand über dieses Portal anmeldet, werden die Anmeldeinformationen an den Ersteller des Portals gesendet.
LinkedIn ist ein weiteres häufiges Ziel. Angreifer versenden gefälschte Kontaktanfragen oder Stellenangebote mit bösartigen Links und nutzen dabei das professionelle Vertrauen aus, das Nutzer der Plattform entgegenbringen. Auf Instagram und WhatsApp geben sich Betrüger oft als Freunde oder Marken aus und versenden Nachrichten mit Links zu gefälschten Gewinnspielen oder Seiten zur „Kontoverifizierung“. Da Social-Media-Nachrichten persönlicher wirken als E-Mails, sind Opfer oft weniger vorsichtig – was diese Angriffe besonders effektiv macht.
QR Code Phishing (Quishing)
QR-Codes werden verwendet, um schnell und einfach Websites mit dem Smartphone aufzurufen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Beim Scannen eines QR-Codes sehen Sie nicht im Voraus, auf welche Website Sie weitergeleitet werden. So könnten Sie Ihre Zugangsdaten für Ihr Bankkonto auf einer von Kriminellen erstellten Website eingeben.
Diese Art von Angriff, bekannt als Quishing, nimmt rasant zu. Gefälschte QR-Codes erscheinen auf Parkuhren, Speisekarten und sogar in physischer Post. Überprüfen Sie immer die URL, die nach dem Scannen angezeigt wird, bevor Sie persönliche Informationen eingeben, und vermeiden Sie das Scannen von QR-Codes aus unbekannten oder verdächtigen Quellen.
Was, wenn Sie auf eine Phishing-E-Mail geklickt haben?
Wenn Sie den Verdacht haben, einem Phishing-Angriff zum Opfer gefallen zu sein, handeln Sie schnell, um den Schaden zu begrenzen:
Ändern Sie Ihre Passwörter sofort — beginnend mit dem kompromittierten Konto und allen anderen Konten, bei denen Sie dasselbe Passwort verwenden. Nutzen Sie starke, einzigartige Passwörter für jeden Dienst.
Kontaktieren Sie Ihre Bank, wenn Sie Finanzinformationen geteilt oder verdächtige Transaktionen bemerkt haben. Die meisten Banken können Ihr Konto sperren oder unautorisierte Zahlungen rückgängig machen, wenn Sie schnell genug handeln.
Den Vorfall melden. In den Niederlanden können Sie Phishing beim Fraud Helpdesk (fraudehelpdesk.nl) melden. Wenn Sie ein Mitarbeiter sind, informieren Sie umgehend Ihre IT-Abteilung, damit diese beurteilen kann, ob Unternehmenssysteme betroffen sind.
Einen Malware-Scan durchführen auf Ihrem Gerät. Wenn Sie auf einen verdächtigen Link geklickt oder einen Anhang heruntergeladen haben, besteht die Möglichkeit, dass Malware installiert wurde. Verwenden Sie aktuelle Antivirensoftware, um Bedrohungen zu überprüfen und zu entfernen.
So schützen Sie Ihre Organisation vor Phishing
Technische Maßnahmen wie Spamfilter und Firewalls sind wichtig, aber sie können nicht jeden Phishing-Versuch abfangen. Die effektivste Verteidigung besteht darin, sicherzustellen, dass die Mitarbeiter in Ihrer Organisation wissen, wie sie Bedrohungen erkennen und darauf reagieren können.
Security Awareness Training lehrt Mitarbeiter, Phishing-E-Mails, verdächtige Links und Social-Engineering-Taktiken zu erkennen. Regelmäßiges Training stellt sicher, dass das Wissen aktuell bleibt und Ihr Team auf die neuesten Angriffsmethoden vorbereitet ist.
Phishing-Simulationen gehen noch einen Schritt weiter, indem sie realistische, aber harmlose gefälschte Phishing-E-Mails an Ihre Mitarbeiter senden. Dies ermöglicht es Ihnen, zu messen, wie Ihre Organisation in der Praxis reagiert, und zu identifizieren, wer zusätzliche Unterstützung benötigt.
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